Gehören „Al-Falaq” und „An-Nas” zum Qur’an?

Frage:

Gehören das 113. und das 114. Kapitel gemäß den Unfehlbaren (a.) zum Qur’an?

Antwort:

Dawud Ibn Farqad berichtete, dass Sabir sagte: „Abu Abdillah As-Sadiq (a.) leitete unser Abendgebet und las die letzten beiden Kapitel (Al-Falaq und An-Nas). Danach sagte er: »Beide gehören zum Qur’an.«” [Al-Kafi von Al-Kulaini, Band 3 Seite 317 Hadith 26]

محمد بن يحيى، عن أحمد بن محمد، عن علي بن الحكم، عن سيف بن عميرة، عن داود بن فرقد، عن صابر مولى بسام قال: أمنا أبو عبد الله عليه السلام في صلاة المغرب فقرأ المعوذتين ثم قال: هما من القرآن

Abu Bakr Al-Hadrami berichtete, dass er zu Imam Al-Baqir (a.) sprach: „Abdullah Ibn Mas’ud pflegte es die letzten beiden Kapitel (Al-Falaq und An-Nas) aus der Abschrift (Mushaf) zu entfernen.” Er sprach: „Mein Vater (Zain-ul-Abidin) sagte, dass Abdullah Ibn Mas’ud seiner eigenen Meinung folgte. Beide gehören zum Qur’an.” [Tafsir Al-Qummi, Band 2 Seite 450]

حدثنا علي بن الحسين عن أحمد بن أبي عبد الله عن علي ابن الحكم عن سيف بن عميرة عن أبي بكر الحضرمي قال قالت لأبي جعفر عليه السلام: إن ابن مسعود كان يمحو المعوذتين من المصحف فقال عليه السلام: كان أبي يقول إنما فعل ذلك ابن مسعود برأيه وهما من القرآن

Al-Hasan Ibn Bustam berichtete, dass Imam As-Sadiq (a.) gefragt wurde: „Wie verhält es sich mit den letzten beden Kapiteln (Al-Falaq und An-Nas)? Gehören sie zum Qur’an?” Er sprach: „Beide gehören zum Qur’an.” Daraufhin sprach der Mann: „Sie gehören weder in der Leseart von Abdullah Ibn Mas’ud zum Qur’an noch in seiner Abschrift!” Er sprach: „Abdullah Ibn Mas’ud liegt falsch! Abdullah Ibn Mas’ud hat gelogen! Beide gehören zum Qur’an!” Der Mann sprach: „Liest man sie in den vorgeschriebenen Gebeten?” Er sprach: „Ja.” [Wasa’il-ush-Shi’ah von Al-Hurr Al-Amili, Band 6 Seite 115 – 116 Hadith 5]

الحسن بن بسطام في طب الأئمة عن أبي عبد الله عليه السلام أنه سئل عن المعوذتين أهما من القرآن؟ فقال الصادق عليه السلام هما من القرآن فقال الرجل إنهما ليستا من القرآن في قراءة ابن مسعود ولا في مصحفه فقال أبو عبد الله عليه السلام أخطأ ابن مسعود أو قال: كذب ابن مسعود وهما من القرآن فقال الرجل فأقرأ بهما في المكتوبة؟ فقال: نعم

Ähnliche Berichte sind unter den Leuten der Erneuerung im Umlauf.

Belege:

Zirr Ibn Hubaish berichtete, dass er zu Ubayy Ibn Ka’b sprach: „O Vater von Mundhir, dein Bruder – Abdullah Ibn Mas’ud – sagt so und so.” Ubayy sprach: „Ich fragte den Propheten Muhammad (s.) und er sagte mir: »Man sagte mir. Daher sage ich.«” Er sprach: „Daher sagen wir wie der Gesandte (s.) sagte.” Ibn Hajar Al-Asqalani schreibt, dass Asim sagte: „Abdullah Ibn Mas’ud schrieb die letzten beiden Kapitel (Al-Falaq und An-Nas) nicht in seine Abschrift des Qur’an.” [Sahih Al-Bukhari, Hadith 4693; Fath-ul-Bari von Ibn Hajar, Band 8 Seite 616]

حدثنا علي بن عبد الله حدثنا سفيان حدثنا عبدة بن أبي لبابة عن زر بن حبيش وحدثنا عاصم عن زر قال سألت أبي بن كعب قلت يا أبا المنذر إن أخاك ابن مسعود يقول كذا وكذا فقال أبي سألت رسول الله صلى الله عليه وسلم فقال لي قيل لي فقلت قال فنحن نقول كما قال رسول الله صلى الله عليه وسلم. وقال ابن حجر: عن عاصم بلفظ إن عبد الله بن مسعود كان لا يكتب المعوذتين في مصحفه

Zirr Ibn Hubaish berichtete, dass er zu Ubayy Ibn Ka’b sprach: „Abdullah Ibn Mas’ud pflegte es die beiden letzten Kapitel (Al-Falaq und An-Nas) aus der Abschrift zu entfernen und er sagte: »Beide gehören nicht zum Qur’an. Daher sollt ihr nichts in den Qur’an tun, was nicht dort rein gehört!«” Ubayy sprach: „Dem Propheten Muhammad (s.) wurde gesagt und daher wurde uns gesagt und wir sagen.” [Sahih Ibn Hibban, Hadith 4521]

أخبرنا أخبرنا محمد بن الحسين بن مكرم بالبصرة, قال: حدثنا داود بن رشيد, قال: حدثنا أبو حفص الأبار, عن منصور, عن عاصم بن أبي النجود, عن زر بن حبيش, قال: لقيت أبي بن كعب, فقلت له: إن ابن مسعود كان يحك المعوذتين من المصاحف, ويقول: إنهما ليستا من القرآن, فلا تجعلوا فيه ما ليس منه. قال أبي: قيل لرسول الله صلى الله عليه وسلم, فقال لنا, فنحن نقول

Abu Ishaq berichtete, dass Abd-ur-Rahman Ibn Yazid An-Nakha’i sagte: „Abdullah Ibn Mas’ud pflegte es die beiden letzten Kapitel (Al-Falaq und An-Nas) aus seiner Abschrift zu entfernen und er sagte: »Beide gehören nicht zum Buch Gottes!«” Nur-ud-Din Al-Haithami schreibt: „Abdullah Ibn Ahmad und At-Tabarani berichteten es. Die Überlieferer von Abdullah sind authentisch (Sahih) und die Überlieferer von At-Tabarani sind vertrauenswürdig (Thiqah).” [Majma’-uz-Zawa’id, Hadith 11562]

والطبراني وابن مردويه من طريق الأعمش عن أبي إسحاق عن عبد الرحمن بن يزيد النخعي قال: كان عبد الله يحك المعوذتين من مصاحفه ويقول: إنهما ليستا من كتاب الله – تبارك وتعالى. قال نور الدين الهيثمي: رواه عبد الله بن أحمد والطبراني, ورجال عبد الله رجال الصحيح, ورجال الطبراني ثقات

Ibn Hajar Al-Asqalani schreibt: „Was die Aussage von An-Nawawi in seinem Kommentar betrifft: »Die Muslime haben sich darauf geeinigt, dass die letzten beiden Kapitel (Al-Falaq und An-Nas) und Al-Fatihah zum Qur’an gehören. Wer etwas von beiden ablehnt, der ist ein Ungläubiger. Die Überlieferung von Abdullah Ibn Mas’ud ist falsch und nicht authentisch (Sahih), denn man hat ein Auge darauf geworfen.« So kam ihm bereits Abu Muhammad Ibn Hazm zuvor, welcher in Al-Muhalla sagte: »Die Überlieferung von Abdullah Ibn Mas’ud, welche die Ablehnung der letzten beiden Kapitel des Qur’an beinhaltet, ist erlogen und falsch.« Genau so sagte Fakhr-ud-Din Ar-Razi in seiner Exegese: »Die überwiegende Meinung besagt, dass die Überlieferung von Abdullah Ibn Mas’ud erlogen und falsch ist.« Aber der Angriff auf Überlieferungen, die authentisch (Sahih) sind, ohne Begründung in der Überlieferungskette, ist nicht zu akzeptieren. Viel eher ist die Überlieferung authentisch (Sahih) und es ist möglich, ihr eine andere Bedeutung zu geben. Der Konsens – wenn damit sein Umfang in jeder Zeit gemeint ist – ist brüchig. Wenn damit aber seine Stabilisierung gemeint ist, dann ist es akzeptabel. Ibn Sabbagh sagte über die Verweigerung der Abgabe: »Abu Bakr bekämpfte sie, weil sie ihm nicht die Abgabe entrichteten, aber er sagte nicht, dass sie dadurch zu Ungläubigen wurden. Er erklärte sie nicht zu Ungläubigen, weil der Konsens noch keine Stabilität besaß, aber heute erklären wir jenen zum Ungläubigen, der die Abgabe verweigert. Genau das selbe sagen wir über Abdullah Ibn Mas’ud bezüglich der letzten beiden Kapitel (Al-Falaq und An-Nas) und damit ist gemeint, dass es in der Zeit von Abdullah Ibn Mas’ud nicht ununterbrochen bewiesen wurde, dass die beiden zum Qur’an gehören. Seiner Meinung nach war es nicht offenkundig bewiesen. Danach fand erst die Übereinstimmung darüber statt.« Fakhr-ud-Din Ar-Razi schilderte die Problematik der Angelegenheit und sagte: »Wenn wir sagen, dass es ununterbrochen in der Zeit von Abdullah Ibn Mas’ud bewiesen war, dass die beiden Kapitel zum Qur’an gehören, dann ist es Pflicht, ihn zu einem Ungläubigen zu erklären, der sie zurückweist und wenn wir sagen, dass es nicht ununterbrochen in der Zeit von Abdullah Ibn Mas’ud bewiesen war, dass die beiden zum Qur’an gehören, dann ist es Pflicht, dass einige Teile des Qur’an nicht ununterbrochen (Mutawatir) bewiesen wurden.«[Fath-ul-Bari Fi Sharh Sahih Al-Bukhari, Band 8 Seite 616617]

قال ابن حجر العسقلاني: وأما قول النووي في شرح المهذب: أجمع المسلمون على أن المعوذتين والفاتحة من القرآن, وأن من جحد منهما شيئا كفر, وما نقل عن ابن مسعود باطل ليس بصحيح, ففيه نظر, وقد سبقه لنحو ذلك أبو محمد بن حزم فقال في أوائل المحلى: ما نقل عن ابن مسعود من إنكار قرآنية المعوذتين فهو كذب باطل. وكذا قال الفخر الرازي في أوائل تفسيره: الأغلب على الظن أن هذا النقل عن ابن مسعود كذب باطل. والطعن في الروايات الصحيحة بغير مستند لا يقبل, بل الرواية صحيحة والتأويل محتمل, والإجماع الذي نقله إن أراد شموله لكل عصر فهو مخدوش, وإن أراد استقراره فهو مقبول. وقد قال ابن الصباغ في الكلام على مانعي الزكاة: وإنما قاتلهم أبو بكر على منع الزكاة ولم يقل إنهم كفروا بذلك, وإنما لم يكفروا لأن الإجماع لم يكن يستقر. قال: ونحن الآن نكفر من جحدها. قال: وكذلك ما نقل عن ابن مسعود في المعوذتين, يعني أنه لم يثبت عنده القطع بذلك, ثم حصل الاتفاق بعد ذلك. وقد استشكل هذا الموضع الفخر الرازي فقال: إن قلنا إن كونهما من القرآن كان متواترا في عصر ابن مسعود لزم تكفير من أنكرها, وإن قلنا إن كونهما من القرآن كان لم يتواتر في عصر ابن مسعود لزم أن بعض القرآن لم يتواتر

Ahmad Ibn Taymiyyah schreibt: „Viele der frommen Vorfahren begingen in vielen dieser Angelegenheiten Fehler und man einigte sich darauf, dass es ungültig ist, sie aus diesem Grund zu Ungläubigen zu erklären. Beispielsweise leugneten einige der Gefährten, dass der Tote den Ruf des Lebenden hört und einige von ihnen leugneten, dass die Himmelsreise des Propheten im wachen Zustand stattfand. Einige der Gefährten leugneten, dass Muhammad seinen Herrn sah und einige von ihnen waren sich über die Nachfolgeschaft und den Vorzug untereinander uneinig, was wohl bekannte Äußerungen sind. Genau so verhält es sich damit, dass sich einige der Gefährten gegenseitig bekämpften, verfluchten und dem Unglauben bezichtigten, was wohl bekannte Äußerungen sind. Al-Qadi Shuraih pflegte es die Lesung desjenigen abzulehnen, der las: »Aber nein! Ich wundere Mich, während sie spotten.« (37:12) Und er sagte: »Gott wundert Sich nicht!« Daraufhin hörte Ibrahim An-Nakha’i davon und sprach: »Shuraih ist ein Dichter, den sein Wissen wundert. Abdullah ist klüger als er und er pflegte es zu sagen: »»Aber nein! Ich wundere Mich.«« Aus diesem Grund lehnte er eine bestätigte Lesung ab und leugnete eine Eigenschaft, welche durch den Qur’an und die Sunnah bewiesen wurde, aber die Gemeinde einigte sich darauf, dass er ein Imam von den Imamen ist. Genau auf die selbe Weise lehnten einige der frommen Vorfahren einige Buchstaben des Qur’an ab. Beispielsweise lehnten einige von ihnen Sein Wort ab: »Wissen denn diejenigen, die glauben, nicht?« (13:31) Und sie sagten, dass der Vers so lautet: »Oder wird es denn denjenigen, die glauben, nicht klar?« Und andere lehnten das Lesen Seines Wortes ab: »Und dein Herr hat bestimmt, daß ihr nur Ihm dienen sollt.« (17:23) Und sie sagten, dass der Vers so lautet: »Und dein Herr hat verordnet.« Und einige der Gefährten entfernten die letzten beiden Kapitel des Qur’an (Al-Falaq und An-Nas) und andere schrieben ein Kapitel namens Al-Qunut nieder und das ist ein Fehler, der durch den Konsens und mehrfach und ununterbrochene Überlieferung (Mutawatir) bekannt ist und trotzdessen werden sie dadurch nicht zu Ungläubigen erklärt, bis sie die mehrfach und ununterbrochene Überlieferung erreichte und ungläubig wird derjenige, der den Beweis durch die mehrfach und ununterbrochene Überlieferung erhalten hat.” [Majmu’-ul-Fatawa, Band 12 Seite 492 – 493]

قال أحمد بن تيمية: فإن السلف أخطأ كثير منهم في كثير من هذه المسائل, واتفقوا على عدم التكفير بذلك مثلما أنكر بعض الصحابة أن يكون الميت يسمع نداء الحي , وأنكر بعضهم أن يكون المعراج يقظة , وأنكر بعضهم رؤية محمد ربه , ولبعضهم في الخلافة والتفضيل كلام معروف , وكذلك لبعضهم في قتال بعض , ولعن بعض , وإطلاق تكفير بعض , أقوال معروفة . وكان القاضي شريح ينكر قراءة من قرأ : { بل عجبتُ ويسخرون } ويقول : إن الله لا يعجب , فبلغ ذلك إبراهيم النخعي فقال . : إنما شريح شاعر يعجبه علمه , كان عبد الله أفقه منه , فكان يقول : بل عجبتُ فهذا قد أنكر قراءة ثابتة , وأنكر صفة دل عليها الكتاب والسنة , واتفقت الأمة على أنه إمام من الأئمة , وكذلك بعض السلف أنكر بعضهم حروف القرآن , مثل إنكار بعضهم قوله : { أفلم ييأس الذين آمنوا } وقال : إنما هى : أولم يتبين الذين آمنوا , وإنكار الآخر قراءة قوله : { وقضى ربك ألا تعبدوا إلا إياه } وقال : إنما هى : ووصى ربك . وبعضهم كان حذف المعوذتين , وآخر يكتب سورة القنوت , وهذا خطأ معلوم بالإجماع والنقل المتواتر , ومع هذا فلما لم يكن قد تواتر النقل عندهم بذلك لم يكفروا , وإن كان يكفر بذلك من قامت عليه الحجة بالنقل المتواتر

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