Ali nahm Fadak nicht zurück, weil er Abu Bakr Recht gab?

Einer der Anhänger Umars behauptete, dass Imam Ali (a.) laut imamitischen Quellen nach der Rückgabe von Fadak gefragt wurde und geantwortet hätte, dass er sich schämen würde, etwas zu tun, das Abu Bakr verbot und worin Umar ihm nachfolgte. Als Quellen wurden Ash-Shafi Fi l-Imamah von Al-Murtada und Sharh Nahji l-Balaghah von Ibn Abi l-Hadid genannt. Nach einer Recherche stellte sich heraus, dass es sich hierbei wie gewohnt um eine Lüge handelt.
Ash-Sharif Al-Murtada schreibt: „Der Verfasser des Buches sagte: ﴾Sie haben einen anderen Beleg und es mag sein, dass sie seine Ernennung (s.) aufgrund der Abwesenheit von Medina belegen.﴿” Fußnote: „At-Takmilah Mina l-Mughni.” [Ash-Shafi Fi l-Imamah, Band 3 Seite 71]
قال الشريف المتضى رضي الله عنه: قال صاحب الكتاب: دليل لهم آخر، وربما استدلوا باستخلافه [صلى الله عليهما إياه] بعد الغيبة على المدينة. ونقرأ في الهامش: (١) التكملة من المغني
Ash-Sharif Al-Murtada schreibt: „Al-Qadi Abd-ul-Jabbar Ibn Ahmad Ibn Abdi l-Jabbar Al-Hamadani gehörte zu jenen, die sich an diesem Wettstreit beteiligten und gegen die Verlockungen dieser Angelegenheit hinauszogen. So verfasste er das Buch namens Al-Mugni Fi t-Tawhid Wa l-Adl in 20 Bändern und behandelte im 20. Band besonders die Thematik der Führung. Zunächst war Al-Qadi ursprünglich ein Ascharite schafiitischen Zweiges. Daraufhin wurde er von jenen beeinflusst, die bei ihnen anwesend waren und zu den Gelehrten der Mu’tazilah gehörten und wandte sich der mu’tazilitischen Lehre zu.” [Ash-Shafi Fi l-Imamah, Band 1 Seite 8]
قال الشريف المتضى رضي الله عنه: وقد كان القاضي عبد الجبار بن أحمد بن عبد الجبار الهمداني: ممن جرى في هذا المضمار، وخاض الغمرات في هذا الموضوع فأملى كتابه ” المغني في التوحيد والعدل ” في عشرين جزء، وجعل الجزء العشرين منه خاصا في الإمامة. وكان القاضي في أول أمره أشعري الأصول شافعي الفروع، ثم تأثر بمن حضر عندهم من علماء المعتزلة فتحول إلى الاعتزال
Ash-Sharif Al-Murtada schreibt: „Er (Al-Qadi Abd-ul-Jabbar) sagte: ﴾Nachdem nun Ali Ibn Abi Talib waltete, sprach man mit ihm über die Rückgabe von Fadak, worauf er sagte: Ich schäme mich vor Gott, etwas zurückzugeben, was Abu Bakr verwehrte und Umar abwickelte.﴿” [Ash-Shafi Fi l-Imamah, Band 4 Seite 76]
قال الشريف المرتضى رضي الله عنه: قال: فلما وصل الأمر إلى علي بن أبي طالب عليه السلام كلم في رد فدك، فقال: إني لأستحي من الله أن أرد شيئا منع منه أبو بكر وأمضاه عمر
Abd-ul-Hamid Ibn Abi l-Hadid schreibt: „Unsere Gelehrten, möge Gott ihnen gnädig sein, seien es die Früheren oder Späteren, seien sie aus Basra oder Bagdad, stimmen in ihrer Glaubenslehre darin überein, dass der Treueschwur an Abu Bakr As-Siddiq ein gültiger und legitimer Treueschwur ist und er kam nicht durch einen Text zustande. Eher handelt es sich um eine Wahl, welche durch den Konsens bestätigt wurde.” [Sharh Nahji l-Balaghah von Ibn Abi l-Hadid, Band 1 Seite 7]
قال عبد الحميد بن أبي الحديد المعتزلي: اتفق شيوخنا كافه رحمهم الله، المتقدمون منهم والمتأخرون، والبصريون والبغداديون، على أن بيعه أبى بكر الصديق بيعه صحيحه شرعية، وانها لم تكن عن نص وإنما كانت بالاختيار الذي ثبت بالاجماع
Abd-ul-Hamid Ibn Abi l-Hadid schreibt: „Nachdem nun Ali Ibn Abi Talib waltete, sprach man mit ihm über die Rückgabe von Fadak, worauf er sagte: ﴾Ich schäme mich vor Gott, etwas zurückzugeben, was Abu Bakr verwehrte und Umar abwickelte.﴿” [Sharh Nahji l-Balaghah von Ibn Abi l-Hadid, Band 16 Seite 252]
قال عبد الحميد بن أبي الحديد المعتزلي: فلما وصل الامر إلى علي بن أبي طالب عليه السلام كلم في رد فدك فقال: إني لأستحي من الله أن أرد شيئا منع منه أبو بكر وأمضاه عمر
Der Grund laut imamitischen Quellen:
Abu Basir berichtete, dass er Imam As-Sadiq (a.) fragte: „Warum nahm der Befehlshaber der Gläubigen (a.) nicht Fadak an sich, nachdem er über die Menschen waltete? Aus welchem Grund unterließ er es?” Er sprach: „Weil derjenige, der Unrecht tut und derjenige, dem Unrecht getan wird, vor Gott stehen und Gott es demjenigen vergütet, dem Unrecht getan wird und denjenigen bestraft, der Unrecht tut. So scheute er sich davor, etwas zurückzunehmen, wobei Gott schon denjenigen dafür bestraft hat, der es enteignete und es jenem vergütete, dem es enteignet wurde.” [Ilal-ush-Shara’i von As-Saduq, Band 1 Seite 154 – 155 Hadith 1]
حدثنا علي بن أحمد بن محمد الدقاق قال: حدثني محمد بن أبي عبد الله الكوفي عن موسى بن عمران النخعي عن عمه الحسين بن يزيد النوفلي، عن علي بن سالم عن أبيه، عن أبي بصير عن أبي عبد الله عليه السلام قال: قلت له لم لم يأخذ أمير المؤمنين عليه السلام فدك لما ولي الناس ولأي علة تركها؟ فقال: لان الظالم والمظلوم كانا قدما على الله عز وجل، وأثاب الله المظلوم، وعاقب الظالم. فكره ان يسترجع شيئا قد عاقب الله عليه غاصبه وأثاب عليه المغصوب
Ibrahim Al-Karkhi berichtete, dass er Imam As-Sadiq (a.) fragte: „Aus welchem Grund ließ Ali Ibn Abi Talib (a.) von Fadak ab, nachdem er über die Menschen waltete?” Er sprach: „Um Gottes Gesandten (s.) nachzueifern. Als er Mekka eroberte, hatte Aqil, der Sohn von Abu Talib, sein Zuhause verkauft. Hierauf sprach man zu ihm: ﴾O Gesandter Gottes, kehrst du nicht in dein Zuhause zurück?﴿ Er sprach: ﴾Hat uns Aqil ein Zuhause übrig gelassen? Wir Leute des Hauses nehmen etwas nicht zurück, das man von uns zu Unrecht enteignete.﴿ Daher nahm er Fadak nicht zurück als er waltete.” [Ilal-ush-Shara’i von As-Saduq, Band 1 Seite 155 Hadith 2]
حدثنا أحمد بن علي بن إبراهيم بن هاشم رحمه الله قال حدثنا أبي، عن أبيه إبراهيم بن هاشم، عن محمد بن أبي عمير، عن إبراهيم الكرخي قال: سألت أبا عبد الله عليه السلام فقلت له لأي علة ترك علي بن أبي طالب عليه السلام فدك لما ولى الناس فقال: للاقتداء برسول الله صلى الله عليه وآله لما فتح مكة وقد باع عقيل بن أبي طالب داره فقيل له يا رسول الله ألا ترجع إلى دارك؟ فقال صلى الله عليه وآله وهل ترك عقيل لنا دارا إنا أهل بيت لا نسترجع شيئا يؤخذ منا ظلما. فلذلك لم يسترجع فدك لما ولى
Hasan Ibn Ali berichtete, dass er Imam Al-Kazim (a.) fragte: „Warum nahm der Befehlshaber der Gläubigen (a.) Fadak nicht zurück, nachdem er über die Menschen waltete?” Er sprach: „Weil wir Leute eines Hauses sind, die ihre Rechte nicht von denjenigen nehmen, die uns Unrecht taten und wir sind die Nahestehenden der Gläubigen. Wir urteilen lediglich um ihretwillen und wir nehmen ihre Rechte von demjenigen, der ihnen Unrecht tat und wir nehmen nicht für uns selbst.” [Ilal-ush-Shara’i von As-Saduq, Band 1 Seite 155 Hadith 3]
حدثنا أحمد بن الحسن القطان قال: حدثنا أحمد بن سعيد الهمداني قال حدثنا علي بن الحسن بن علي بن فضال عن أبيه عن أبي الحسن عليه السلام قال: سألته عن أمير المؤمنين لم لم يسترجع فدكا لما ولى الناس؟ فقال: لأنا أهل بيت لا نأخذ حقوقنا ممن ظلمنا الا هو ونحن أولياء المؤمنين إنما نحكم لهم ونأخذ حقوقهم ممن ظلمهم ولا نأخذ لأنفسنا
Sa’d Al-Khaffaf berichtete, dass Imam Al-Baqir (a.) sagte: „Als der Befehlshaber der Gläubigen (a.) eines Tages im Gebetshaus saß, wobei er von seinen Gefährten umgeben war, kam ein Mann von seinen Anhängern zu ihm und sprach: ﴾Breite deine Hand aus, damit ich dir den Treueschwur leiste.﴿ Er sprach: ﴾Für was?﴿ Er antwortete: ﴾Für das, was Abu Bakr und Umar taten.﴿ Worauf er seine Hand ausstreckte und sprach: »Schlag ein. Gott verfluche die beiden.﴿” [Bihar-ul-Anwar von Al-Majlisi, Band 41 Seite 294 – 295 Hadith 17]
عباد بن سليمان، عن محمد بن سليمان، عن أبيه، عن هارون بن الجهم، عن سعد الخفاف، عن أبي جعفر عليه السلام قال: بينا أمير المؤمنين يوما جالس في المسجد وأصحابه حوله فأتاه رجل من شيعته، فقال: ابسط يديك أبايعك، قال: على ماذا؟ قال: على ما عمل أبو بكر وعمر! قال: فمد يده وقال له: أصفق لعن الله الاثنين

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