At-Tusi bestätigt Staatsführer?

Frage:

Jemand äußerte die Behauptung, dass gemäß At-Tusi die Imame (a.) den Rechtsgelehrten (Faqih) mit der Regierung über die Menschen beauftragt hätten [hier!]. Entspricht diese Aussage der Wahrheit?

Antwort:

Es handelt sich hierbei um eine Lüge.

Abu Ja’far At-Tusi schreibt: „Was das Urteilen (Hukm) zwischen den Menschen und das Richten (Qada’) zwischen den Streitenden betrifft, so ist auch dies nicht gestattet, außer für jenen, dem der rechtmäßige Herrscher (Sultan) die Erlaubnis dazu gab und sie (die Imame) übertrugen dies den Rechtsgelehrten (Fuqaha’) ihrer Anhänger in dem Fall, dass sie nicht selber zur Übernahme (Tawalli) davon in der Lage sind. Wer also zum Urteilen oder Versöhnen zwischen den Menschen oder zum Schlichten zwischen den Streitenden in der Lage ist, der soll das tun und ihm steht dafür der Verdienst und Lohn zu.” [An-Nihayah, Seite 301]

قال شيخ الطائفة الطوسي رضي الله عنه: وأما الحكم بين الناس والقضاء بين المختلفين، فلا يجوز أيضا إلا لمن أذن له سلطان الحق في ذلك وقد فوضوا ذلك إلى فقهاء شيعتهم في حال لا يتمكنون فيه من توليه بنفوسهم. فمن تمكن من إنفاذ حكم أو إصلاح بين الناس أو فصل بين المختلفين، فليفعل ذلك، وله بذلك الأجر والثواب

Kommentar:

Um zwischen den Menschen Urteile sprechen, richten und versöhnen zu können, muss man kein Staatsführer sein. Diese Aufgaben obliegen – wie der Gelehrte wortwörtlich sagt – den Rechtsgelehrten und nicht einem einzigen. Was die Grenzstrafen (Hudud) betrifft, so sind sie gemäß At-Tusi ohne den Imam der Zeit (a.) nicht umsetzbar [hier!].

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